🇩🇪🇦🇹 Deutschland vs. Österreich – wenn „Brötchen“ und „Weckerl“ aufeinandertreffen


Deutsch ist eine wunderschöne, aber manchmal auch ziemlich verwirrende Sprache. Und das gilt selbst für Muttersprachler – besonders, wenn ein Deutscher und ein Österreicher miteinander sprechen.
Offiziell sprechen sie dieselbe Sprache, doch in Wirklichkeit trennen sie Welten aus Semmeln, Sackerln und Melangen. Hier folgt ein ironischer Blick auf die feinen Unterschiede in der deutschen Sprache in Deutschland und Österreich: 

1. Wenn aus dem Brötchen ein Weckerl wird

Das Frühstück ist oft bereits der Moment, in dem das Abenteuer beginnt. In Deutschland bestellt man sich ein Brötchen, in Österreich ein Weckerl – und beide bekommen genau das Gleiche. Nur klingt die österreichische Variante irgendwie gemütlicher, oder?
Auch das Hähnchen zeigt seine doppelte Identität: In Wien sagt niemand „Hähnchen“. Dort heißt es charmant „Hendl“.
Und während man in Deutschland eine Bockwurst isst, bekommt man in Österreich eine Frankfurter – was ironischerweise in Frankfurt niemand so nennt.

2. Kleine Wörter, große Wirkung

Österreichisch hat eine Schwäche für Diminutive – also für niedliche Verkleinerungsformen. Alles bekommt ein „-erl“ oder „-chen“, und schon klingt es doppelt so freundlich.
Da wird aus dem Glas ein Glaserl, aus der Tüte ein Sackerl und aus dem Haus ein Häuserl.
Das ist nicht nur Grammatik, das ist fast schon Lebensgefühl. Selbst die Grammatik ist in Österreich höflich.

3. Kaffeehauskultur mit Wörterbuch

Wer in Wien einen Kaffee bestellt, sollte vielleicht vorher einen kurzen Sprachkurs machen :-D Eine „Melange“ ist so etwas wie ein Cappuccino, ein „Verlängerter“ ein verlängerter Espresso, und ein „Einspänner“ kommt mit Schlagobers – also Schlagsahne.
Sag niemals „Kaffee mit Milch“, sonst entlarvst du dich sofort als Tourist.
Keine Sorge: Wenn du sympathisch lächelst, bekommst du trotzdem einen guten Kaffee – und vielleicht sogar ein Stück Apfelstrudel dazu.

4. Wenn Wörter Musik machen

Während das Hochdeutsche oft etwas direkt klingt, hat das Österreichische einen fast musikalischen Tonfall.
„Des passt scho“, „Macht nix“, „Bist deppert!“ – das sind nicht einfach Sätze, das sind kleine Melodien.
Dazu kommt der berühmte „Wiener Schmäh“ – eine Mischung aus Humor, Charme und leichter Ironie, die man nicht lernen, sondern eher erleben kann.
Ein Wiener kann dich mit einem einzigen Satz gleichzeitig beleidigen und zum Lachen bringen.

5. Begrüßung mit Persönlichkeit

In Deutschland hört man meist ein „Hallo“ oder „Guten Tag“. In Österreich sagt man „Servus“, „Grüß Gott“ oder beim Abschied „Baba“. Wenn du also als Deutschlerner in Österreich unterwegs bist und jemand „Servus“ zu dir sagt, dann freu dich: Das ist kein Geheimcode, das ist einfach Freundlichkeit mit Akzent.

Fazit

Ob Deutschland oder Österreich – die gemeinsame Sprache verbindet, zeigt jedoch auch ihre kleinen feinen Unterschiede im Gebrauch. 
Die Unterschiede zwischen „Brötchen“ und „Weckerl“ oder zwischen „Tüte“ und „Sackerl“ sind keine Hürden, sondern kleine kulturelle Geschenke.
Denn egal ob du dein Bier in München trinkst oder deine Melange in Wien – am Ende lachst du über dieselben Dinge. Nur vielleicht mit leicht unterschiedlichem Wortschatz. Oder, um es mit österreichischem Charme zu sagen: „Red ma halt drüber – wird scho passen!“ (= Reden wir eben darüber, es wird schon in Ordnung sein) 😄